Zu Besuch bei: Neerja Blue Pottery
Schon am Morgen liegt über Jaipur jene trockene Wärme, die Geräusche und Farben leicht überzeichnet wirken lässt. Moritz und ich werden im Showroom von Neerja empfangen – mit der Selbstverständlichkeit eines Hauses, das jeden Besucher als Gast behandelt. Dr. Leela Bordia begrüßt uns und erzählt, wie aus einer persönlichen Entdeckung eine Firma wurde und wie eng daran eine Technik hängt, die Jaipur bis heute mit einem bestimmten Blau verbindet: Blue Pottery, persisch beeinflusst, lokal weiterentwickelt, in der Anmutung zugleich dekorativ und erstaunlich präzise.
"Kein Souvenirprodukt, sondern Werkstattwissen, das fast verloren gegangen wäre"
"Kein Souvenirprodukt, sondern Werkstattwissen, das fast verloren gegangen wäre"
Nach einem besonders netten Mittagessen mit der ganzen Familie fahren wir weiter hinaus in eines der nahegelegenen Dörfer, wo die eigentliche Produktion stattfindet. Dort löst sich die Idee vom „Handwerk“ schnell von jeder romantischen Unschärfe: Man sieht Arbeitsrhythmus, Routine und die Konsequenz vieler kleiner, sauber ausgeführter Schritte.
Zunächst werden die Rohlinge geformt. Danach folgt der erste Brand, der aus dem empfindlichen Zwischenzustand ein tragfähiges Objekt macht. Auf die gebrannten Rohlinge wird das Muster mittels Matrize übertragen.
Erst dann beginnt das, was man gemeinhin mit Blue Pottery verbindet: Das Motiv wird per Pinsel nachgezogen, Linie für Linie, Fläche für Fläche. Im zweiten Brand entsteht schließlich die charakteristische Glasur – und mit ihr dieses Blau, das nicht einfach „Farbe“ ist, sondern ein Zustand: kühl, klar, glänzend, als läge unter der Oberfläche eine eigene Tiefe.
Als wir wieder zurückfahren, bleibt vor allem dieser Eindruck: Blue Pottery ist in Jaipur kein Souvenirprodukt, sondern Werkstattwissen, das fast verloren gegangen wäre. Und Neerja zeigt es nicht als Folklore, sondern als präzise, gelebte Produktion.
Nach einem besonders netten Mittagessen mit der ganzen Familie fahren wir weiter hinaus in eines der nahegelegenen Dörfer, wo die eigentliche Produktion stattfindet. Dort löst sich die Idee vom „Handwerk“ schnell von jeder romantischen Unschärfe: Man sieht Arbeitsrhythmus, Routine und die Konsequenz vieler kleiner, sauber ausgeführter Schritte.
Zunächst werden die Rohlinge geformt. Danach folgt der erste Brand, der aus dem empfindlichen Zwischenzustand ein tragfähiges Objekt macht. Auf die gebrannten Rohlinge wird das Muster mittels Matrize übertragen.
Erst dann beginnt das, was man gemeinhin mit Blue Pottery verbindet: Das Motiv wird per Pinsel nachgezogen, Linie für Linie, Fläche für Fläche. Im zweiten Brand entsteht schließlich die charakteristische Glasur – und mit ihr dieses Blau, das nicht einfach „Farbe“ ist, sondern ein Zustand: kühl, klar, glänzend, als läge unter der Oberfläche eine eigene Tiefe.
Als wir wieder zurückfahren, bleibt vor allem dieser Eindruck: Blue Pottery ist in Jaipur kein Souvenirprodukt, sondern Werkstattwissen, das fast verloren gegangen wäre. Und Neerja zeigt es nicht als Folklore, sondern als präzise, gelebte Produktion.


